Myome
Myome sind gutartige Tumoren der Gebärmutter. Uterus myomatosus ist die häufigste Erkrankung einer Frau. Häufig bleiben Myome jahrelang unerkannt. Die Patientinnen haben keine Beschwerden oder bemerkbare Symptome. Die Myomknoten können je nach Schichten der Gebärmutter eine unterschiedliche Lage einnehmen. Davon abhängig sind das Beschwerdebild und die Symptome der Patientin. Myome und Blutungsstörungen sind eine häufige Kombination. Die Blutungsstörungen können dabei den Charakter einer starken Regelblutung bis hin zu Dauerblutungen haben. Bei einer anatomisch ungünstigen Lage können die Myome Funktionen der Nachbarorgane beeinträchtigen. Eine besonders ungünstige Konstellation ist Myome und Kinderwunsch. Myome können eine Ursache für Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten und Komplikationen während der Geburt sein.
Diagnostik von Myomen
Für die Diagnostik des Uterus myomatosus steht uns die gesamte Palette der modernen bildgebenden Verfahren zur Verfügung. Eine gynäkologische Routineuntersuchung mit der bimanuellen Tastuntersuchung und einer Ultraschalluntersuchung stellt die erste Stufe der diagnostischen Maßnahmen dar. Bei einem unklaren oder fortgeschrittenen Befund, sowie einem Befund mit Beteiligung von Nachbarorganen sind CT- und MRT-Untersuchungen häufig notwendig, Nach Abschluss der diagnostischen Maßnahmen stehen uns unterschiedliche Therapiemethoden zur Verfügung.
Therapie von Myomen
Es wird zwischen konservativen und operativen Behandlungsmethoden unterschieden. Zu den konservativen Therapiemethoden gehören Hormontherapie mit unterschiedlichen Substanzen, Embolisation der Gefäße der Gebärmutter und MRgFUS-Behandlung (fokussierte Ultraschallbehandlung). Alle konservativen Behandlungsmethoden des Uterus myomatosus lassen die Myome nicht vollständig verschwinden, sondern bewirken eine konstante oder zeitliche Volumenverringerung der Myome von 40 – 75 % der Ausgangsgröße. Je nach Methode sind die entsprechenden Nebenwirkungen und Komplikationen zu berücksichtigen.
Operative Behandlungsmethoden von Myomen
Operative Behandlungsmethoden unterscheiden sich vom Zugangsweg und Behandlungskonzept in Bezug auf den Organerhalt. Es gibt drei Zugangswege für die operative Therapie: Vaginale Operation, abdominale Operation (mit der Eröffnung der Bauchdecke über einen 10 – 12 cm großen Bauchschnitt) und minimal-invasive Operation (sogenannte Schlüssellochoperation). Dabei wird die Operation über 3 bis 4 kleine (5 – 10 mm) Schnitte in der Bauchdecke durchgeführt. Über alle drei Zugangswege kann sowohl die Gebärmutter entfernt werden, als auch die Myome mit Erhalt der Gebärmutter ausgeschält werden. Minimal-invasive Operationen sind heutzutage Standard in der operativen Gynäkologie. In der Klinik für MIC werden 99,7 % aller Operationen minimal-invasiv durchgeführt. Die stationäre Aufenthaltsdauer nach so einer Operation beträgt 2 – 3 Tage. Nach einer organerhaltenden minimal-invasiven Operation mit plastischer Uterusrekonstruktion (PUR) darf die Patientin in ca. 6 Monaten postoperativ schwanger werden. Die Schwangerschaft und die Geburt sollen als Risikoschwangerschaft und Risikogeburt nach so einer Operation geführt werden. Im Falle eines organerhaltenden Vorgehens wird jede Patientin vor der Operation über das Risiko der Neuentstehung der Myome und die Gefahr einer Ruptur der Gebärmutter während der Schwangerschaft bzw. Geburt aufgeklärt.
Myome und Kinderwunsch
Myome und Kinderwunsch ist eine Konstellation die in einer Kinderwunschpraxis häufig gesehen und diagnostiziert wird. Die ungünstige Lage des Myoms in der Gebärmutter, Zyklusstörungen, Größe der Myome und der Gebärmutter können entscheidende negative Rollen bei der Konzeption oder Schwangerschaft spielen. Jahrelange primäre Unfruchtbarkeit oder Früh- bzw. Fehlgeburten können daraus resultieren. Bei Myomen und Kinderwunsch, je nach Lage und Größe des Myoms, können vor einer Operation konservative Behandlungsmethoden angewendet werden. Dafür kommt die sogenannte MRgFUS-Behandlung (fokussierte Ultraschallbehandlung) und in einigen Fällen eine Hormontherapie in Frage. Eine Embolisation der Gebärmutterarterien ist laut aktueller Datenlage bei Kinderwunschpatientinnen kontraindiziert. Im Falle der Erfolglosigkeit oder Unverträglichkeit der konservativen Behandlungsmethoden sollten die Myome operiert werden. Dafür kommt an erster Stelle, als Mittel der Wahl, das minimal-invasive Operationsverfahren in Frage. Die spezielle Operationstechnik für die Entfernung der Myome ist die minimal-invasive Myomentfernung mit plastischer Uterusrekonstruktion (PUR). Bei der Operation werden die Prinzipien und Regeln der plastischen Gebärmutterchirurgie angewendet und die Gebärmutter in Form und Größe in anatomischer Art und Weise schonend nach der Myomentfernung wieder hergestellt. Die Patientinnen dürfen 6 Monate nach der Operation schwanger werden.